Reisekunstprojekt
Random header image... Refresh for more!

Reaching Suomi


von Aurelia Meinhart

Projektbeschreibung : Der Weg, das Gewohnte hinter sich lassen.

Ausgangspunkt für meine Überlegungen waren die Fotoarbeiten meines Vaters, die er im Krieg gemacht hatte. Sein Weg führte ihn in den Norden. Er war im 2. Weltkrieg als Gebirgsjäger in der 3. Gebirgs-Division in Norwegen, Finnland und im Raum Leningrad eingesetzt, wobei er mit seiner Kleinbildkamera Eindrücke festhielt. Schon als kleines Mädchen haben mich diese Fotos ungemein fasziniert. Für mich stellte sich immer die Frage, was seine Motivation war, mitten im Kriegsgeschehen zu fotografieren. Als junger Soldat wollte er vermutlich diese Stimmungen des Nordens, das Licht, seinen Lieben zu Hause zeigen.

Ein Foto aus dieser Sammlung habe ich ausgewählt; es zeigt eine Landschaft in Mittelfinnland mit drei Flugzeugen. Eine Junker 52, eine Stucker und vermutlich Heinkel He 70, auch Blitz genannt. Die Aufnahme dürfte Anfang April 1942 entstanden sein.
Das Foto habe ich als Grundlage für meine Siebdruckarbeit verwendet. „LIEBE MUTTER“ war Teil eines Briefes meines Vaters an seine Mutter, welchen ich hineinmontiert habe.
Das Foto wurde in einer Auflage von 1000 Stück auf einem dünnen Seidentuch 28x28cm gedruckt.
600 Stück dieser Seidentücher werde ich auf meine Reise durch die baltischen Länder bis nach Finnland mitnehmen, um sie unterwegs zu verteilten oder sie in Form einer Installation zu präsentieren. Die Reaktionen werde ich fotodokumentarisch festhalten.

4 Kommentare

1 elfi kogler { 04.05.09 at 12:08 }

Bin schon gespannt welche Begegnungen du in Finnland hast, ob sich Menschen noch berühren lassen von der Vergangenheit. Vielleicht ist es mit dem Lichtwechselprojekt möglich!
Gutes Vorankommen wünscht Dir Elfi.

2 ludwig { 04.08.09 at 16:00 }

das gedröhne der vereinten glocken von graz am mittwoch nachmittags – vielleicht wurde ja krisenbedingt die osterliturgie geändert, ohne daß ich es mitbekommen habe – läßt mich neidisch auf eure flucht in den norden blicken. was der lichtwechsel und das web alles möglich machen. die glocken hören gar nicht mehr auf und vielleicht dringt diese schallwelle bis zu euch. ich wünsche euch jedenfalls viele tolle erlebnisse und eindrücke.

3 Heribert Michl { 04.10.09 at 19:35 }

Fragen zum Thema „Die Schatten der Dunkelheit“
Gibt es in der europäischen Literatur, Musik, Philosophie, Bildenden Kunst,….. eine „Kultur der Dunkelheit“?
Gibt es in den nationalen Mythen gemeinsame Wurzeln der mystischen, spirituellen Naturerfahrungen?
Kann im Mythischen und Spirituellen unsere (gemeinsame?) Geschichte spurenhaft wiedergefunden werden?
Können „Schattierungen“ der Dunkelheit bei der Spurensuche differentielle Sinnesempfindungen evozieren und Sinneswahrnehmungen schärfen?

4 lisa scherz { 04.10.09 at 22:16 }

liebe aurelia,

da hast du mich nicht mitgenommen auf deine reise, gern wär ich bei dir und würde deine tausend seidentücher im wind flattern sehen und hören …

Sie müssen sich einloggen um ein Kommentar zu schreiben.