Projektbeschreibung - Reise nach Turku
von Ingeborg Pock
Erden
Auf Reisen gehen heißt sich aufmachen, mitnehmen, einpacken… Persönliches , Notwendiges .
Auf Reisen gehen heißt Begegnung erleben , seine Identität spiegeln und am Fremden, Neuen erweitern.
Auf Reisen gehen heißt auch weiter geben , Kontakte knüpfen . Mitgebrachtes wird weiter gegeben und Neues im Austausch eingepackt , zur Manifestation der Reise in Gedanken und Taten.
Auf der Reiseroute nach Turku werde ich Behälter mit Erde aus meinem Lebensumfeld mitnehmen, Dieser Inhalt wird mein Geschenk an das jeweilige Gastland sein. Erde aus den besuchten Ländern nehme ich mit . Nach beendeter Reise werden die Erdproben zum Bestandteil meines Lebensumfeldes .
Die jeweiligen Abläufe des Übergebens und Übernehmens und die des Erdaustausches werden markiert und dokumentiert.
Erde war in meinen künstlerischen Arbeiten der letzten Jahre häufig als bildnerisches Mittel in Verwendung. Der Austausch und die Inkorporation der Erden in den bereisten Länder und die Mitnahme der „fremden“ Erden bildet keine sichtbare bildnerische Spur . Der Vorgang bleibt als Idee des Einpackens, Mitnehmens , des Austauschens und Einfügens - schlicht - als Gewinn/Ergebnis des Projekts erhalten.
Ingeborg Pock, Stainz, März 2009
6 Kommentare
Liebe Inge, liebe Aurelia! Ich erlebe eure Aktionen intensiv mit, ich bin sicher, sie werden euch nach Jahren noch immer wieder einfallen… zahlreiche bewegende Augenblicke, die wieder und wieder aufblitzen , ich freu mich mit euch! Ihr schaut auch so erholt aus, obwohl es anstrengend sein muss. “Erden unter Möwengeschrei …” sie verkündeten damit ihre Freude, weil ihr etwas von euch dort gelassen habt, etwas, das fortwirken wird, etwas, das in einer Art Welle weitergetragen wird ( im doppelten Sinn ) wie die uralten Märchen…eine Anleitung, ein Trost, eine Antwort… Die vielen Fotos und Berichte… jeden Tag viel Arbeit, wenn ihr schon müde seid. Meinen Grüßen gesellen sich übermütige Amselrufe, und zwar vom Gerngroß-Garten in St.Stefan…habe dort an dich / euch gedacht! Noch viel Kraft fürs Schauen, Schreiben, Motive-Einfangen…. ! Traude
Meine liebe Inge,
du die Erde, ich das Wasser.
Beiden aber ist der Austausch wichtig, die Begegnung.
Bilder unserer Tage an der Maas ziehen wieder in mir hoch und die gemeinsame Suche nach den verbindenden Strukturen.
Schön, dass ich nun auf riesigem Abstand, dabei sein kann.
Genießt den Augenblick und seid offen für das kleine Wunder.
Uschi
Dear Inge,
Every Cloud has a Silver Lining…
Greetings,
Berenike~*
Dear Inge,
Lost in your pictures and descriptions, often thought about sending a message and always postponed it-tomorrow-then lost in pictures and words again - Fascinating though I wouldn’t like to share the daily routine troubles of your journey but all the impressions, sensations, feelings ….
Enjoy and take care
Love Gudrun
Zu Aurelias Projekt “Aus dem Krieg kommen wenige……”
Es scheint ein Paradoxon zu sein: Im Krieg erlebt “man” (vielleicht) erstmals seine Lebendigkeit und gleichzeitig ihre Begrenztheit durch den nahe stehenden Tod. Diese erlebte oder erwartete innere Spannung macht vielleicht das für uns unverständliche Faszinosum “Kampf”, “Krieg”,……als eine Möglichkeit des Sterbens und des sich Opferns für einen suggerierten “höheren” Wert aus.
Ich kann nicht daran glauben, dass Menschen geboren werden, um zu töten oder getötet zu werden.
Ich glaube ebenso, dass es keine “Heimkehrer” gibt, dass alle - auch die physisch Heimgekommenen psychisch im Krieg geblieben sind - nur unterschiedlich mit ihren Todeserfahrungen und Ängsten umgehen.
Die einen schweigen und zerbrechen an ihrer Einsamkeit (siehe Kommentar von Michael Lehofer), die anderen bagatellisieren ihre psychischen Wunden oder glorifizieren und beschwören ihren heldenhaften Mut und Einsatz und feiern ihren “Heldentod”
bereits im voraus bei den Herrenabenden ihres Kameradschaftsbundes.
Guten Heimflug und eine möwenweiche Landung wünscht Euch
Heribert
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